Finanz- und Wirtschaftsblog

Krieg – Ein lukratives Geschäft mit dem Tod

Nach den beiden verheerenden Weltkriegen mit über 100 Millionen Toten und Verletzen erfasste die Welt ein Aufruf, der heute aktueller denn je ist: „Nie wieder Krieg!“ Um der Forderung nachzukommen wurde die UNO mit dem Ziel gegründet, den Frieden und den Austausch zwischen den Ländern zu fördern. Rückblickend muss man sagen: Sie ist an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert.

Gerade der Krieg gegen den Terror hat weltweit zu extremem Leid geführt. Die zivilen Opfer, die Beschneidung von Menschen- und Bürgerrechten und die Zunahme an Krisen weltweit. Der Krieg hat die Welt nicht friedlicher gemacht, er hat Hass gesät und die Zahl der Terroranschläge erhöht. Aber es gibt auch Profiteure des andauernden und sich ausbreitenden Krieges.

Die Waffenindustrie ist gegen jede Krise gewappnet

Denn neben dem Totengräbergeschäft, ist vermutlich kein Wirtschaftszweig so Krisensicher wie die Waffen- und Rüstungsindustrie. Nicht nur das sie von Krisen und Kriegen profitiert, sie unterstützt gelegentlich sogar beide Kriegsparteien. So hält man den Konflikt am Köcheln und verdient daran, wenn sich die Abnehmer gegenseitig töten.

Darüber hinaus haben Waffen einen entscheidenden Vorteil: Sie sind das Paradebeispiel der geplanten Obsoleszenz. Eine Abgefeuerte Patrone oder Rakete lässt sich nur bedingt recyceln. Sie muss nach jeder Benutzung neu hergestellt werden. Und einer der Hauptabnehmer sind die USA. Nicht nur das die Soldaten eher schlecht treffen, sie sind aktuell auch in vielen Krisen involviert, manche davon haben sie selbst erst erschaffen.

USA haben die mit Abstand höchsten Militärausgaben

Im vergangenen Jahr umfasste der militärische Haushalt der USA 611 Milliarden Dollar. Die acht Staaten, die entsprechend ihrer Budgets folgten, gaben zusammen weniger aus. Und bei vier der Staaten handelt es sich mit Frankreich, Großbritannien, Japan und Deutschland um Verbündete der USA.

Zu den Hochzeiten im Jahr 2010, unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama, war das Verhältnis noch deutlicher. Die USA hatten ein Budget, das das gemeinsame Budget der 20 nachfolgenden Staaten übertraf.

Im Jahr 2016 wurden 18 Prozent des US-Haushalts dafür verwendet, an Kriegsoperationen teilzunehmen, Waffen, Ausrüstung und Soldaten zu bezahlen und den Unterhalt für ausländische Militärbasen aufzubringen.

In den USA tummeln sich die Waffenproduzenten

Die hohen Ausgaben der USA im Bereich der Waffen- und Rüstungsindustrie, aber auch das Faible des privaten Sektors, sorgen für ein lukratives Umfeld für die Unternehmen. So wurde 58 Prozent des Umsatzes der 100 erfolgreichsten Waffenproduzenten in den USA generiert. Bei Berücksichtigung der Verbündeten entstammten fast 90 Prozent des Umsatzes von Unternehmen aus dem Einflussbereich der NATO.

Eine solche Konzentration der Waffenproduzenten auf wenige Länder ist, unabhängig von moralischen Bedenken gegen das Geschäftsmodell, sehr kritisch zu sehen. Der Druck durch Lobbyisten auf die Politiker, im Zweifel die Diplomatie zu vernachlässigen und kriegerische Auseinandersetzung zu forcieren, nimmt zu.

(Keine verlässlichen Daten für chinesische Konzerne)

In den USA hängen mehr als 6 Millionen Arbeitsplatz von der Rüstungsindustrie ab, ohne die militärischen und geheimdienstlichen Arbeitsplätze zu berücksichtigen. Im Zweifel werden Arbeitsplätze in den USA über das Leben von Menschen auf anderen Erdteilen gehoben.

Wir exportieren keine Werte oder Demokratie, wir exportieren Waffen

Dies wird vor allem dann deutlich, wenn man sich anschaut, wohin die fünf größten Exportnationen ihre Waffen verkaufen. Wir sollten uns davon verabschieden, dass auf dem internationalen Parkett Moral, Menschenrechte oder Frieden als Beweggründe existieren. Es geht um Geld, Macht und Interessen.

Die Menschenrechte werden immer dann angeführt, wenn es den eigenen Interessen nutzt. Daher werden Länder wie Saudi Arabien, Katar oder Kuwait auch als Stabilitätsanker bezeichnet. Alles Länder, die seit 2015 ohne UNO Mandat den Jemen bombardieren. Nach dem Völkerrecht eine illegale Aggressionshandlung, mit Waffen aus den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Allein 2017 hat Trump einen Waffendeal im Umfang von 110 Milliarden Dollar abgeschlossen – mit Saudi Arabien. Dem Land, das zu den Hauptfinanziers von Terrorgruppen wie Al-Qaida oder dem IS gehört. Natürlich kann man sagen, wenn wir nicht liefern, liefert jemand anderes. Und vermutlich stimmt das sogar, denn die Chinesen, die Russen, die Franzosen und Deutschen destabilisieren mit ihren Waffen ebenfalls die Welt.

Die Moral von der Geschicht …

Aber wo hat uns diese Denkweise bisher hingeführt? Libyen, ein Staat der unter dem Diktator Gaddafi nicht frei, aber dennoch wohlhabend war, wurde durch Aufrüstung von Rebellengruppen destabilisiert. Dann folgte durch eine umgedeutete Flugverbotszone durch die USA, Großbritannien, Frankreich und Co. die Rückkehr in eine Zeit vor der Zivilisation. Heute herrschen dort marodierende Gruppen und der IS.

Der IS selbst ist erst durch den illegalen Krieg der USA gegen den Irak entstanden. Entlassene Soldaten bildeten das Fundament des heutigen IS. Die Zahl der Opfer im 2. Irakkrieg überschreiten inzwischen die Millionengrenze. Durch Uranmunition wurden Landstriche verwüstet und Neugeborenen weisen in den betroffenen Gebieten eine Häufung an Fehlbildungen auf.

Die Profiteure dieser Kriege waren nie die Menschen- oder Bürgerrechte. Zivilisten und Soldaten ließen ihr Leben, ganze Landstriche wurden verwüstet. Profitiert hat Großteils die Waffen- und Rüstungsindustrie. Eine Industrie, die mit Leid, Tod und Verzweiflung anderer ihr Geld verdient.

Frieden ist nicht erreichbar, solange man mit Krieg so viel Geld verdienen kann. Frieden kostet nichts, man muss nur den ersten Schritt machen und der Gewaltspirale entgegentreten.

Quelle der Daten: SIPRI


Ähnliche Artikel

Katalonien – Referendum über die Unabhängigkeit

Katalonien – Referendum über die Unabhängigkeit

Heute ist ein Tag, an dem viele Menschen nach Spanien blicken und gespannt das Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen erwarten. Etwa 7,5 Millionen Menschen sind heute aufgerufen, darüber abzustimmen, ob Katalonien zukünftig ein Teil Spaniens sein will oder ein unabhängiger Staat wird. Die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines […]

Syrien – Weiterer Sargnadel bei der Beerdigung des Völkerrechts

Syrien – Weiterer Sargnadel bei der Beerdigung des Völkerrechts

Mit dem Angriff der USA, Großbritanniens und Frankreich auf syrische Ziele, wurde ein weiterer Schritt zur Beerdigung des Völkerrechts eingeleitet. Gleichzeitig wurden Demokratie, Freiheit, Menschen- und Bürgerrechte den hegemonialen Macht- und Finanzinteressen untergeordnet. Ein unabhängiges Land wie Syrien, wird seit sieben Jahren aufgrund eines Stellvertreterkrieges […]